20. 09.2019 letzter Bericht.

Heute sah das Wetter mies aus. Wir hatten alles für ein Frühstück am Leuchtturm eingekauft; leider war es am Ende der Welt so nebelbehangen; dass wir nichts sehen konnten. Über den Berg ging es nach den üblichen Fotos am Stein Null zurück. In der Herberge haben wir dann so richtig geschlemmt.Es gab Wein, Käse, Wurst,Oliven, Brot und Obst. Noch ein Abschiedsfoto am Strand und das war’s.

19.09.2019 Finisterrae

Eine unruhige Nacht in der Herberge in Santiago ging zuende.Obwohl es ein uraltes riesiges Gebäude war, sehr romantisch in einer guten Gegend angelegt, war es sehr hellhörig. In einem schmalen Gang standen Bett an Bett an der Wand. Jeder der nach dir im Gang schlief, mußte an deinem Fußende vorbei, grrr schlapp grrr schlapp bei jedem Gang zum Clo.Um 7 Uhr zum Estadio de Autobuses und Tickets zum Ende der Welt gekauft. Wir trafen Michi (Köln)wieder ,die nach Muxia wollte.

Wir beide haben Telefonnummern getauscht. Michi besorgt mir ein Magnet aus Santiago.Um 9 Uhr ging unser Bus und nach guten 3 Stunden waren wir da. Wir haben eine gute einfache Herberge erwischt. Nachmittags war Mädelstag und Rosi und ich machten uns aus dem Staub. Von Geschäft zu Geschäft wurde gebummelt. Unsere Einkaufsergüsse waren vorzeigbar.Wir haben einer Fischauktion zugeschaut, Einheimische haben uns auf Bildern gezeigt, wie es noch vor ein paar Jahrzehnten hier aussah.Nach einer fleißigen Suche haben wir unser Restaurante für eine Paella gefunden.

(2014 war es noch eine kleine Tiefgarage, wo eine Gruppe musizierte und übte).Es wurde ein wunderbarer Abend. Wir zogen ein Resümee und meinten einhellig, „Unser Weg war trotz aller Probleme ein wunderschöner inspirierender Weg“)Die Bedienung gab einen Schnaps aus und trank sogar einen mit. Der Koch ließ sich von Michael und Jürgen in die Töpfe gucken und wir waren eine große Familie.Nun gehts ins Bett, denn morgen wollen wir unsere letzen Km laufen um an den Kilometerstein 0 zu kommen. Dort wird ein tolles Picknick stattfinden mit Wein und Oliven, Brot und Käse und natürlich Schinken. Jeder muß ein Lied seiner Heimat singen. Es wird bestimmt lustig.Liebe Grüße von der (mal wieder Wein)seligen Lucia

18.09.2019 ….und immer wieder bewegend

heute um 7 Uhr waren wir wieder im Dunkeln auf dem Pilgerweg. Die letzten 15 km sollten es sein; es waren aber doch 20 heftige Km. Und wißt ihr was? es waren die schwersten Km, denn nun ist die Reise zuende.

Wir trafen in jeder Bar und auf jedem Weg Gefährten . Ingrid aus Holland ,die mit uns ging und ab Padron ihre Pilgerschwester Anna aus Schweden vom Bahnhof abholte,um gemeinsam in Santiago einzulaufen. Die 3 Polenmädchen, die ab Porto gelaufen sind und am 1, Tag über 40 km liefen. Michi, aus Köln, die 2 mal den Krebs besiegt hat und auch ein alter Pilgerhase ist. Günny, mit seinen langen Beinen, der den Weg lieber alleine ging und viele andere mehr.. Nach 3 Stunden gab es den ersten Kaffee und Rosi und ich probierten dort die Pilgerkluft an.

Santiago liegt nun mal in den Bergen und es ging auf und ab, für mich tötlich . Ich bin nun mal keine Gemse.

Aber als wir die Kathedrale erreichten kamen wir die Tränen und Rosi und ich fielen uns heulend in die Arme.

So viele Umarmungen und Glückwünsche. In diesem ganzen Getümmel sehe ich plötzlich eine Arbeitskollegin aus Lilienthal. Sie machte eine Kreuzfahrt mit „Mein Schiff“ und besuchte diese wunderschöne mystische Stadt.

Im Pilgerbüro zogen wir eine Nummer und wir mußten 4 Stunden warten. Zeit genug um unser Quatier zu beziehen und eine Clara(Radler ) zu trinken.Wir bummelten durch die Stadt und bestellten in einem Restaurant für 19 Uhr einen Tisch.Vorher holten wir unsere Compostela und freuten uns, dass sie wieder so wunderschön aussieht. Die Kathedrale wird renoviert, und so konnten wir keinePilgermesser besuchen. Wir zündeten Kerzen an und ich sang das Halleluja in selbstgedichteter Form vor. Es war bewegend.

Nun ist der Abend feuchtfröhlich ausgeklungen und wir liegen in unseren Betten in einem ehemaligen Knabeninternat, 8 Betten im Flur .

Eure überglückliche Pilgerin sagt gute Nacht

17.09.2019 Auf den Spuren des hl. Jakobus.

Gestern sind wir nach einer ruhigen Nacht in den Herberge auf dem Berg in der Nähe vom Kloster aufgebrochen.

Ein wunderschöner ,aber auch sehr schwieriger Abstieg.Um 7 Uhr morgens gings mit Stirnlampe und Taschenlampe sehr steil und steinig bergab. Rechts neben uns plätscherte ein kleiner Bach.Wir mußten uns stark konzentrieren,um nicht ins Stolpern und Trudeln zu geraten.Auf dem Weg sahen wir viele alte Mühlen und umgeleitete Bäche mit vielen Steinfiguren.Ein wunderschöner Anfang des spirituellen Weges. Gegen 10 Uhr war das Schwierigste überstanden und wir machten eine Pause in einer kleinen Bar am Bach.

Jürgen stolperte so schlimm, dass er sich beide Knie aufschürfte.Aber er läßt sich nicht helfen und wir können und wollen dann auch nichts tun. Es macht sich Unmut bemerkbar. Die Stimmung kippte immer wieder mal und ich hatte mühe, meinen Mund zu halten. Ingrid, eine Pilgerin aus Holland ging heute mit uns. Sie versteht gut Deutsch, spricht aber englisch. Ich hatte also genügend Übung, diese Sprache zu sprechen. In Villanova de Rosa angekommen saßen wir in einer Bar gegenüber unserem Hotel(es muß mal sein) und lernten Dolores mit ihrem Mann Louis kennen. Sie sprach perfekt deutsch und erklärte uns, dass heute das Fest des hl. Cyrianus ist. Messe und Prozession durch die Strassen . Die Heiligen der Kirche wurden durch die Strassen getragen. Dort traf ich auch Dolores wieder, sie trug eine Fahne vorweg.

Am kleinen Hafen war eine Bühne aufgebaut.Es war Tanz angesagt. Wir gingen noch lecker essen und ich habe so viel Wein getrunken, dass ich keinen Blog mehr schreiben konnte.

Heute ging es um 8 Uhr zum Hafen und wir wurden mit einem Boot ca 1:30 Stunden über den Rio de Rosa und dann durch die Bucht Ria de Rosa gefahren. Der Skipper zeigte uns den einzigen Kreuzweg der Welt, der am Rio entlang geht.Muschelbänke und nachgemachte Wickingerschiffe,Naturpark und einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Kurz vor Padron stiegen wir aus und trafen auf dem Weg in die Stadt viele Pilger wieder.Den Stempel bekamen wir in der Kirche. Sie ist wunderschön. Der Sage nach ist der Leichnahm des Hl. Jacobus mit dem Schiff in Padron angekommen und dann auf dem Landweg nach Santiago gebracht worden, wo man ihm die bekannte Kathedrale baute.

Heute sind wir 15 km gelaufen und auf den galizischen Steinen steht …. noch 16 km bis Santiago!!!!!

Wir haben eine schöne Herberge mit großem Garten und wollen gleich eine lecker duftende Suppe essen.

Heute werde ich nicht alt versprochen.

Eure ,von allen Heiligen geläuterte Peregrina

Lucia die Leuchtende

15.09.2019 Der spirituelle Weg.

Wir hatten eine lange und schwierige Etappe vor uns. Von Pontevedra zum Kloster de Armenteira.Gute 20 km immer nur bergauf.Um 7 Uhr sind wir schon mit Stirnlampe losgepilgert. Immer den kleinen blau leuchtenden Lichtern auf dem Fußweg nach.Ich gebe es mal wieder zu….. nach ca 6 km bin ich umgedreht. Den Berg wieder runter die Strasse lang bis Combarrro zurück und dann an der Bundesstraße den Fussweg. In Serpentinen ging es bei brütender Hitze dort doch leichter .Nach ca 15 gelaufenden Km hab ich ein Taxi bestellt und es hat mich zum „Monasterio de Armenteira „gebracht. Die Herberge öffnete um 14 Uhr und ich hatte ein Bett von 36. Rosi ,Michael ,Hans und Jürgen kamen spät an. Total unterzuckert und durstig.Jürgens Brille ging verlustig,und sie hatten viel Glück,dass sie gerade noch die letzten Betten bekamen. Um diese Zeit sind die Albuergen schnell komplett.Als wir das Kloster besichtigten, haben wir eine Beerdigung gesehen. Ein kleines Vaterunser tat uns gut.Das Abendessen war mal wieder typisch Pilger. Der Schnaps hinterher nicht😋.Drückt uns die Daumen ,dass wir weiterhin ohne grosse Blessuren durch unseren geliebten Weg kommen.

Morgen sind es 24 km berab…..mal sehen

Es grüsst die Peregrina aus Galicia

14.09.2019 Wer hat nur die Sonne bestellt?

War es bei Rosa in Redondela noch so schön, wir mussten nach einem Morgenkaffee um 7;30 Uhr los. Wir hatten so einige Höhenmeter vor uns. Für mich die reinste Plackerei.Nach unendlichen 8 Km gabs endlich ein Frühstück.Gestärkt oder nicht…..ich musste den Berg rauf…runter rauf… oben gabs dann erst mal einige Verkaufsstände, die nicht nur wir zum Anlass nahmen um Pause zu machen.Heute treffen sich verschiedene Jakobswege.Deshalb ist viel Pilgervolk unterwegs.

Gegen 11: 30 ging bei mir nix mehr.Meine Beine waren wie Gummi.Also setzte ich mich ab und ging die Strasse runter.Dort wurde , ich glaube, Wildschwein gejagt.Ich kam mir selbst wie eine gejagte vor.Sobald mich jemand sah, wollten die Leute mich zum Camino zurück schicken. Erkläre mal auf spanisch, dass dich der Camino mal kreuzweise…Unten angekommen , hielt ein Auto an und brachte mich die letzten 3Km zur Herberge Jürgen wartete schon auf mich. Ca 50 Pilger auch… aber eher auf ihr Bett. Um 14: 30 Uhr trudelten Hans und Rosi ein. Michael hatte sich gegenüber ins Hostel einquartiert. Wir bekamen 4 Betten unten. Nach einem frugalen Mahl ging es mir auch wieder gut und nun freue ich mich Morgen auf die nächsten Berge😣.

13.09.2019 viele Wege führen nach Rom….egal wie…

Heute um 7:45 Uhr ging wieder los mit Sack und Pack.Jürgen mußte leider immer noch passen und hat den Bus genommen. Plus für mich. Er hat eine Tasche mit meinen schweren Sachen mitgenommen. 1,5 Kg machen sich doch sehr bemerkbar.Zuerst ging es durch das Dorf und dann…. Strasse, Strasse Strasse.Mir hat das ja nix ausgemacht, solange es eben blieb.Doch wie eben so ist auf dem Camino. Nix ist so wie es ist.Rechts hoch!!.Rosi hat dort ganz oben auf dem Monte Alto eine Kapelle gesehen. Da gibt es bestimmt einen schönen Stempel.Also ab geht die Luzi.Schon sehr früh schnappte ich nach Luft und habe Rosi verflucht.Aber runter gings nimmer. Also aufi.. Ihr könnt euch vorstellen, weshalb die Überschrift?Auf halber Höhe erkannte sogar Rosi, hier gibt es keune Kapelle.Es ist nur ein Leutturm und wir mussten noch höher , wo es auch nix gab. Naja, nur Weite eben.Aber wer oben ist, muß auch runter.Nach ca 12 Km waren wir um11 Uhr in Baiona, wo wir endlich Frühstück, Kaffee und Rührei , in uns reinschaufeln konnten.Jürgen schickte uns schon,die Fahrzeiten; denn wir hatten uns abgesprochen; dass wir durch die Großstadt Viego mit dem Bus bis Redondela fahren. Das klappte super.Es sollte ein superheißer Tag werden .Über 34 Grad.In Redondela erwartete uns Rosa in ihrer Herberge mit Kaffee und Kuchen. Wir haben ein 6Bett-Zimmer für uns.Für alle Pilgerfreunde: Das niedliche schmale Häuschen mit3 Stockwerken ist direkt hinter der großen Herberge(Turm)..

12.09.2019 wem der Schuh passt….

wir sind nach einer feuchtfröhlichen Nacht auf der Dachterrasse heute aufgestanden und haben uns für den langen Weg präpariert.Plötzlich rennt eine Belgierin durch die Flure“ my shoes, my shoes“Hmmm….. tja.Rosi fragt mich ob ich meine Schuhe anhabe. Ja??Nee!! Ich habe tatsächlich die falschen Schuhe getragen.Und hatte die Lacher auf meiner Seite.Kaum waren wir im Hafen von Caminha,hielt vor uns ein Auto“ Boottaxi to Spain“Für 4 Euro pro Person hat uns Miguel zuerst mit seinem Auto, dann mit seinem kleinen Boot über den Minho gebracht. Es war schon etwas abenteuerlich.Er suchte mit geübtem Blick einen Anlegeplatz und wir mußten ….wenn keine Welle kam,,,, von Bord springen. Für Jürgen nicht so prickelnd mit seinem Klumpefuß.Willkommen in Galicia. Wir waren also in Galizien und schon freuten wir uns über den typischen PilgersteinAllerdings war die Freude nicht so groß, als wir erfuhren, dass unsere Alberge ca.25 km zu erlaufen ist.Nach ca 5 Km gabs erst mal Frühstück,. Wir freuen uns ja schon, wenn wir einen Cafe con laite und ein kleines belegtes Brötchen bekommen.Jürgen der „Tapfere“ verabschiedete sich von uns um mit dem Bus zu fahren.Wir unerschrockenen 4 Pilger pilgerten halt, wie so halt Pilger pilgern, mit unseren Pilgerschuhen den Pilgerweg runter und rauf und runter und rauf…….bis ich aus den Schuhen kippte und mich von den Anderen verabschidete. Per Anhalter ging es ca 6 Km mit Carlos zur Herberge nach Porte de Mourgas.Jürgen wartete schon mit einem Clara (Radler) auf mich und um 14 Uhr spanischer Zeit meldeten wir uns in der Herberge an.Ein dickes Lob an dieser Stelle an Jürgen. Er hat mal wieder eine Topalbergue für uns gefunden. 3 Zimmer, 5Betten mit Küche und Bad und was das Beste ist. Alles für uns alleine.Um 17 Uhr trudelten die 3 Unermütliche n( Rosi, Michael und Hansi) total kaputt ein.Heute wird wohl nix mehr gehen.Ich freue mich auf MorgenEure „Schuhverzwickte “ Lucia.

11.09.2019 Warte, warte nur ein Weilchen…..

Nach einer kurzen Nacht und einem schnellen Kaffee in der Küche sind wir um ca 8.20 Uhr los .Jürgen mußten wir wieder in der Herberge lassen.Welch ein Glück……für uns. Mit dem Hospitaliero hat er per Booking.com in Caminha direktemang dem Marktplatz eine Herberge mit 18 Betten ergattert.Zu unserem Leid und vor Allem zu seinem leid fuhr er mit dem Zug und war schon früh hier die Gegend zu erkunden .Vorteil für uns….Wir allerdings mußten uns quälen mit einigen Höhenmetern, die mir so gar nicht gefallen haben.Selten habe ich so viel geschimpft .Rosi sprang mit Rucksack und Stöcken flink über eine Mauer um uns Äpfel zu stiebitzen.),- nur um festzustellen, dass keine 50 cm weiter ein Eingang war.Nach einem Frühstück war der Weg leichter, denn am Strand gibt es hier keine Berge.Trotzdem haben wir die „Bohnen aus den Bergen mit Reis und Innerreien und Pfötchen gegessen. Zum Nachtisch gab es Espresso con Diesel. (Schnaps).So beflügelt traten wir aus dem Restaurant um Michael schreien zu hören“ Bus!!“Ok!!! Steigen wir eben ein, die letzten 4 Km.Jürgen hat uns eine Bettbox besorgt.Nach großer Wäsche und Duscharien gings in den wunderschönen kleinen Ort mit Hafen und vielen Kirchen.Nun laben wir uns auf der Dachterrasse gemeinsam an Wein mit Käse und Weintrauben.Prost !!