10.07.2016 Dank an meine Pilgerfreunde 

Ich sitze hier in Porto am Strand und lass es mir gut gehen.Nach so vielen Wochen entspanne ich am Strand von Espinho im Golfhotel und weiß nicht so richtig, was ich ab 6:00 morgens machen soll.In Santiago hatte ich ja noch viele Freunde in meiner Nähe und immer wieder traf ich Menschen, die meinen Weg kreuzten und die ich am Ende meines Pilgerweges mit großer Freude umarmen konnte.Nun sind viele nach Hause gefahren, in andere Länder geflogen oder weiter nach Finesterra gepilgert.Danke, dass ich sie kennen lernen durfte.“Den Weg mußte ich alleine gehen; aber ich war nie einsam.“Christina traf ich gleich am 1. Tag in Frankreich .Von ihr erfuhr ich,dass eine rote Ampel französisch grün ist . Später trafen wir uns noch einmal und lernten Catherina als liebenwürdige Gastgeberin in Toul kennen .Christopher,ein junger Mann aus der Nähe von Dortmund, der den Weg nach Santiago ging, genau wie ich von Deutschland aus .Schade dass unser Wiedersehen in Santiago nicht geklappt hat, weil ich 2 Tage später angekommen bin. Er ist weiter mit seiner Freundin ans Ende der Welt gepilgert.Manfred, ein Schwabe der 1 Woche in Frankreich pilgern wollte. Mit ihm trank ich im Weingebiet einen guten Burgunder.Gudrun traf ich mit ihrer Pilgergruppe in Le Cergne. Sie verfolgt meinen Blog und schreibt mir liebe E-Mails.Danke für deine Gedichte ,Gebete und GedankenMimo , Guiseppe und Morena meine lieben italienischen Freunde, die ich in Lourdes getroffen habe und mit denen ich auf abenteuerliche Reise nach St.Jean Pied de Port und am gleichen Tag nach Hunto (in der Hitze der Pyrenäen) die 5 Km den Berg hinaufgekraxelt bin. Leider haben wir uns nach ein paar Tagen aus den Augen verloren.Aus Kanada/Quebec kam Gerald,ein katholischer Priester .Er machte ein Sabbatjahr .Mit ihm bin ich 2 Tage gelaufen und wir hatten uns viel zu erzählen.Andrea, die das Foto auf dem Gipfel der Pyrenäen von mir gemacht hat, da wußte ich noch nicht, dass wir wirkliche Freunde über den Weg hinaus werden.Wir trafen uns wieder in Santo Domingo und gingen mehrere Tage zusammen mitDetlef, einem immer gutgelauten Mann aus Berlin;der nie ermüdete und sogar mit vielen Blasen an den Füßen seinen Weg im Marschschritt eroberte.Mein großer Held der Barmherzigkeit Fran(ziskus) aus Korea,der mir mit seiner Frau Rucia so liebenswürdige Freunde geworden ist. Wo immer wir uns sahen, waren große Umarmungen und Jubellaute zu sehen und zu hören.Barmherzigkeit und Freundschaft überwinden Sprachbarrieren.Helmut und Anne aus Bayern traf ich oft in einer Bar,wo ich gerade einen Kaffee trank oder unterwegs,wenn sie mich mit großen Schritten überholten.Andy und Alex, meine lieben Jungs aus dem Schwabenländle. Ich habe sie immer wieder getroffen und wir haben stundenlang in Ponverrada in der Templerburg Geschichten ersponnen.Kylie und ihr Mann Guy sind mir so sehr ans Herz gewachsen.Wir haben wunderschöne Abende in Leon und in Santiago gehabt und auf dem Weg den Kylie mit viel Schmerzen durchgezogen hat, haben wir festgestellt, Kylie und ich sind die Heros auf diesem Weg.Ich werde sie nie vergessen .Jane und Ray waren in Carrion dabei, als eine liebe Schwester des Ordens mir für meine Mutter einen gebastelten Stern , der ihr Leben erhellen soll, geschenkt hat.Brian , mein lieber Freund aus Mexiko. Wir haben in Leon einem Volkloreabend mit großer Begeisterung zugesehen und in Astorga das Schokoladenmuseum, die Kirche und den Bischofspalast (Gaudi) besucht.I n Santiago de Compostela klopfte er mir auf die Schulter und rief:“Mama Lucia,I m so glad to see you“Es wurde eine tolle Wiedersehensparty.Jimmy unser großes Babyface .Er hat uns erheitert mit seinen witzigen Einfällen und Gedanken über die Geschichte des Bischofpalastes.Naomi und Isa,2 nette junge Mädchen aus Spanien, mit denen ein Abend mit Gin-Tonic und Caraoke wunderbar ausging und die uns in der Cathedrale in Santiago einen Platz in der 1 Reihe im Hauptschiff sicherten.Nicole, die kleine Frau aus Belgien, mit der ich tagelang viel Spaß hatte und mit der ich in Santiago eingelaufen bin.In Frankreich habe ich nette Leute getroffen, die mir zugewunken haben, mir ein Bett gewährt oder mir Eier und Kartoffeln geschenkt haben.Mich zum Wein eingeladen haben und wenn ich müde war, mich zur nächsten Unterkunft gebracht haben. Vincent hat mich in seiner Herberge eingeladen mit ihm zu essen, Musik zu machen und mit Freunden Wein zu trinken.In Spanien sind große und kleine Pilger ein Stück mit mir gegangen. Kathlin und ihre Freundin aus Australien, „David mit dem großen Stab“aus Frankfurt lief auch ab Trier,Melanie aus Köln,Mhi-Thi aus Korea,Franziska aus Japan,Whey aus Korea, Thomas aus Deutschland,Keith aus Irland,Linda aus Wales, Dora aus Kanada,Vincent aus China,Sara und Saita aus Spanien und viele andere Pilger .Sie alle haben dazu beigetragen,dass ich dieses Abenteuer nie vergessen werde.Meine besten Freunde ,die mich nie in Stich gelassen haben, mich vor Schmerzen,Regen,Unwetter und Blasen oder andere Wunden geschützt haben und die mich vom ersten bis zum letzten Tag begleitet haben,sind meine geliebten Wanderschuhe

06.07.2016  I did it,my Way

Ich habs geschafft.Heute um 9:30 Uhr waren wir in Santiago de Compostela .

Noch eine Geschichte?

Nicole und ich hatten ausgerechnet,dass wir (mit Pausen) so gegen 11 :00 Uhr an der Kathedrale sind. Wir passierten  das Dorf San Marco und erklommten eine Anhöhung um nach Monte de Gozo zu kommen,einem  Ort vor Santiago.Wir wunderten uns nicht,als wir durch einen Vorort einer großen Stadt gingen ,machten Fotos und fragten nach dem Weg nach Monte de Gozo.Der Gärtner guckte Nicole an und sagte auf spanisch:“Das liegt hinter euch,ihr seid in Santiago!“ Olala,2 Esel auf dem Jakobsweg .Zuerst fielen wir uns um den Hals,dann lachten wir den ganzen Weg zur Kathedrale über unsere Dummheit.     Vor der Kathedrale wurden Fotos gemacht und in der Kathedrale der hl.Jacobus umarmt.Wir trafen meine Pilgerffreunde Kylie und Guy und die 2 jungen Mädels aus Australien und verabredeten uns zum Abendessen.Nachdem wir uns in unserem kleinen Hostel frisch gemacht  und unser Kleid angezogen hatten,g ingen wir zur Pilgermesse,wo unsere Pilgermädels Isa und Naomi einen Platz in der 1.Bank links im Hauptschiff ergattert hatten.Die Messe war sehr anrührend und der große Weihrauchkessel(Botafumeiro)wurde geschwungen.Der Gesang der Nonne war ein wunderbarer Abschluss zum Pilgerweg.

Eure von allen Sünden befreite und in Demut gepilgerte Peregrina Lucia

05.07.2016…. noch 9 Km

Dann Laufe ich Santiago de Compostela ein. Meine Pilgerffreundin Nicole und ich sind total aufgeregt.Wir haben es tatsächlich geschafft.                       Heute  nach ca.10 km bergauf/bergab hatten wir uns in einer kleinen Bar redlich unseren Kaffee verdient, als meine lieben Freunde Kylie und Guy aus Australien um die Eckr kamen. Die Wiedersehensfreude war groß. Natürlich wurde wieder ein Selfie gemacht.

04.07.2016 Was so alles geschieht….. 

in der Camino Street!   Gestern kam ich in meiner Albuerge in Arzuaˋ an und mein Rucksack den ich aufgegeben hatte, war nicht da. Sonst sind die Transporter mit dem Gepäck immer pünktlich. Nun geb ich meinen Rucksack mal ab und schon hab ich die Bescherung. Nach vielen Telefonaten, die eine englischprechende Hospitalera führte, versprach man mir mein Gepäck bis 22:00 Uhr zu schicken. Ich wusch mir meinen Wanderschweiß mit klartem Wasser und trocknete mich mit Clopapier ab.Dann gings in die Stadt und ich kaufte mir ein kleines luftiges Kleidchen. So konnte ich meinem T-Shirt die tägliche Wäsche gönnen.Im Zimmer traf ich eine Pilgergenossin aus Belgien. Wir stellten uns vor und schon waren Nicole und ich in ein Gespräch vertieft(englisch).Ich sah toll aus in meinem Kleid mit dicken Wanderschuhen und Socken.Um 22 Uhr war mein Rucksack da und ich konnte endlich duschen und meinen Schlafsack rausholen um mein Bett zu machen.Wir tranken Wein auf meinen Rucksack und leicht beschwippst schliefen wir tief und fest.                                                                  Am nächsten Morgen wanderten wir gemeinsam ein Stück und ich ging nach einer Pause alleine weiter, weil Nicole nach einer Herzoperation nicht so schnell kann. Wir hatten wieder unseren Rucksack aufgegeben und ich hoffte, er wäre am richtigen Ort bei meiner Ankunft.Nicole und ich trafen uns immer wieder und so kamen wir in der Albergue an und bestellten uns ein Cama duble privado(Zimmer für 2 Personen) und unsere Rucksäcke waren natürlich schon da.Geduscht ausgepackt und schon klopfte der Hospitalero an, um uns zum nächsten Restaurante zu fahren.2 junge Mädels, die wir heute schon öfter auf dem Camino getroffen hatten waren dabei. Zum Essen gab es ne Flasche Wein und Wasser. Wir wollten schon zurück, da saßen die Mädels an der Theke und bestellten sich und für uns Gin Tonic Der Kellner suchte ein Lied zur Caraoke aus und die beiden spanischen Mädchen sangen mit der berühmten Flamencosängerin ein Lied von der Liebe am Camino während wir tanzten und klatschten. Tja ,so ein Vino gepaart mit Gin hat es in sich. So viel Spaß kann pilgern machen. Wir haben das Lokal unterhalten.Lisa und Naomi klatschten und sangen Caraoke.Naomi will nächstes Jahr eine Herberge in Cadiz eröffnen und hat uns herzlich eingeladen zur Einweihung. Der Kellner verabschiedete sich mit Küßchen; ( er sollte ja auch nicht leer ausgehen) singend und tanzend stiegen wir ins Auto und ließen uns in unsere Albergue kutschieren. Ich bin ja clever, hatte noch schnell unsere angebrochene Flasche Wein mitgenommen, die wir am Abend mit selbstgemachten Nudeln mit Tomatensoße, Käse und Obstsalat verschlingen wollten.So ging ein wundervoller Tag zu Ende.

Noch 25 Km bis nach Santiago, die Nicole und ich gemütlich in 2 Etappen gehen wollen.

Eure sündige Pilgerin Lucia

 

02.07.2016 Ein hartes Stück Arbeit 

Obwohl ich gestern schon um 6:00Uhr meinen Weg fortgesetzt habe,waren die meisten Alberguen in Portomarin schon besetzt.Der Weg dahin war unruhig, weil viele junge Spanier mit Jugendgruppen den Weg gehen und das geht nicht gerade leise vor sich.So habe ich auch Sarita und Sara kennen gelernt. Zwei 15jährige Mädchen aus Valencia,die mit einer kleinen christlichen Gruppe unterwegs sind. Sie wollten unbedingt ihre Deutschkenntnisse ausprobieren;aber nach 3 Sätzen sind wir ins Englische übergegangen. Dazu kam dann noch Vinzent. Er ist Chinese, der in den USA wohnt. Wir hatten so viel Spaß mit Fotos und Selfies;dass wir gar nicht merkten, dass wir am Ziel waren.

  Die letzten 500 Meter nach Portomarin waren die Hölle.Keiner hatte uns gesagt, dass der kürzere Weg durch eine sehr schmale unebene Schlucht ging. Ich brauchte meinen ganzen Mut um da runter zu gehen.

Zur Belohnung nahm ich mir eine kleine Pension mit Badewanne.Die Stadt wurde neu aufgebaut, als der alte Ort in den 60er Jahren im Stausee versank.
Heute bin ich um 5 :00Uhr losgegangen, weil ich putzmunter war.Nach 9 Km gab es Frühstück und ich traf auch meine beide Mädels wieder. Sie wollten mit der Gruppe in Palas de Rei übernachten. Ich bin noch 5 Km weiter gegangen und hatte somit meine 29 Km erreicht.   Casa Domingo war früher eine alte Wassermühle und ist liebevoll umgebaut worden

 Es gibt ein 8Bettzimmer und ein 4Bettzimmer wo ich mit Petra, einer deutschen Frau schlafe.Meine Wäsche hängt an der Leine und nach ca 1 Stunde ist alles trocken. Jetzt habe ich Hunger und bestelle mir was richtig deftiges als Pilgermenue.Dazu gibt es ein Glas Bier und zum Nachtisch Sangria.

Eure erschöpfte aber glückliche Pilgerin Lucia