01.07.2016 

Gestern bin ich in Galicien (in der Provinz Lugo) in O Cebreiro angekommen.Dazu mußte ich in der brütenden Mittagshitze einen Berg von 1300 m erklimmen. In deutschen Pilgerkreisen heißt er „Oh ,krepierio“.      Doch wie so oft hatte ich Glück.2 Frauen hielten mit dem Auto an und   fragten ob sie mich das letzte Stück mitnehmen könnten. Sie mußten in der Albergue arbeiten.Dieses Dorf ist ganz auf den Pigertourismus angewiesen.Es gibt einen kleinen Lebendmittelladen,eine Kirche,Cafes, Restaurantes und Herbergen

Früh um 6:00 Uhr bin ich mit Stirnlampe im Dunkeln den Berg hinunter und habe einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben dürfen.

Nach 9 Km stetigem bergab hab ich endlich ein kleines Dorf entdeckt, wo ich ein redlich verdientes Frühstück bekam.Es war nun 8:00Uhr und es wurde so warm dass ich meine Jacke auszog um im kurzen Pulli zu laufen.Um 11:00Uhr war ich an meinem gesteckten Ziel .Das fand ich nun aber doch zu früh und ging weiter,fataler Fehler.!!Nächster Ort 13 Km.Ich bin lange genug in Spanien um zu wissen wozu die Siesta da ist.Zu allem Unglück ging der ausgeschilderte Weg auch noch genau neben der Landstrasse .

Kein Baum, kein Strauch, folglich kein Schatten.Nach35 Km hielt ich ein Taxi an. Der Fahrer brachte mich netterweise nach Sarria und nahm mir das Versprechen ab, ab jetzt nur noch 20 /25 km pro Tag zu pilgern.Dafür bezahlte ich auch nur die Hälfte.Nun bin ich in Sarria und habe noch 114 Km bis nach Santiago de Compostela. Das sollte in 5 Tagen zu schaffen sein.                                                      In Dankbarkeit über so viel Freundlichkeit auf meinem Pilgerweg ,Eure Lucia

30.06.2016 Galicia

Diese Landschaft ist grün,weil es hier oft regnet. Doch heute ist es brütend heiß und überall sind die Rasensprenger angeschlossen.Da es hier sehr bergig ist ,wird es sehr beschwerlich, den Boden zu nutzen.Diese Armut sieht man in den kleinen Dörfern.Galicien ist in der vorrömischen Zeit von den Kelten bevölkert worden;worauf noch heute zahlreiche Traditionen zurück zu führen sind.Man spricht hier galicisch und spanisch.Ich hoffe , ich werde einige Spezialitäten,wie Pulpo und Caldo Gallengo,und natürlich die viel berühmte Queimada mit Pilgerfreunden genießen .In Galicien haben die Pilgerwegweiser ab jetzt Kilometerangaben.

Heute habe ich mir die Füße heiß gelaufen.In Dankbarkeit für ein schönes Zimmer ,eure Lucia

28.06.2016 Cruz de Ferro 

Morgens um 6:00 Uhr .Sonnenaufgang. Ich habe den Sorgenstein, den ich von zuhause mitgenommen hatte und in dem viele meiner Lieben ihre Sorgen ,Wünsche ,Sünden und Gedanken  hineingesteckt haben,oben abgelegt.

Der Weg nach unten war sehr beschwerlich und auch gefährlich ( viele Leute sind hier schon verunglückt), a ber auch wunderschön.Die Heide scheint hier doppelt so groß und die Blumen haben eine besondere Leuchtkraft.             Ich habe mir für 2Tage ein Hotel in Ponferrada gegönnt.Hier habe ich viele Pilgerffreunde wieder getroffen und wir haben einen tollen Nachmittag verbracht.Der Besuch einer alten Templerburg war ein besonderes Highlight.

Oh,noch was Besonderes. Heute vom Nichtstun,habe ich Muskelkater in beiden Pobacken.Ich muß dringend in meine heiße Badewanne.

Es grüßt euch eine ,von Sorgen und Sünden erleichterte ,Pilgerin

26.06.2016 Astorga

Astorga war schon zur Zeit der Römer sehr bedeutend.Im Mittelalter war die Stadt eine wichtige Station am Jakobsweg.Hier trifft sich der Jakobsweg Via de la Plata mit dem Camino Frances.
Vor dem Rathaus traf ich Brian, mit dem ich in Leon den Folklore Abend verbrachte. Wir nahmen es als Fügung und suchten gemeinsam eine Herberge. In einem alten umgebauten Palast fanden wir eine gute Unterkunft für 7 Euro.Den Nachmittag verbrachten wir mit Museumsbesuchen und einer Führung durch die Cathedrale und den Bischofspalast, der von Gaudi in seinem unverwechselbarem Stil geschaffen wurde. Jimmy, ein Pilgerfreund von Brian gesellte sich zu uns. Wir hatten einen lustigen Abend.
Am frühen Morgen war ich schon auf dem Weg ,den Berg zum Cruz de Ferro hoch. Ca 2 Km vorher, in Foncebadon fand ich eine Herberge mit einer Bar die keltisch anmutet. Der Wirt und die Servicekraft sind mittelalterlich angezogen und es gibt eine Speisekarte in deutsch. Zum ersten mal habe ich Seeaal gegessen und das Fleisch schmeckt lecker.
Ich schlafe mit 5 Italienern in einer kleinen Hütte.Für Morgen habe ich den Rucksacktransport wieder in Anspruch genommen. Um 6 :00 Uhr werde ich am Cruz de Ferro sitzen und den romantischen Sonnenaufgang genießen.Dort wird auch unser „Sündenstein“( der ja auch Sorgen und Wünsche beinhaltet) abgelegt.Danach geht es steil den Berg runter. Ich erzähle euch dann von diesem abenteuerlichen Abstieg

image

Immer der Muschel, dem gelben Pfeil und den vielen Pilgern nach!!

23.06.2016 Der frühe Vogel.

In den letzten Tagen war es so heiß, dass schon um 7:30Uhr das Hemd durchgeschwitzt war und das,Laufen sehr schwer fiel.Hier in der Meseta gibt es keinen schattigen Platz.Heute bin ich um 4:00 Uhr mit Stirnlampe los.Das Thermometer zeigte 29Grad . Nach ca 4 Stunden  bin ich in Sahagun angekommen,wo ich gleich Kyle und Guy traf,die auf den Zug nach Leon warteten.Wir kannten uns schon von Carrion wo wir gemeinsam bei den Schwestern Santa Anna zu Abend aßen.Das sympathische Ehepaar kommt aus Australien. Bei einer Tasse Kaffee beschlossen wir, gemeinsam nach Leon zu fahren.Auf dem Weg zum Bahnhof trafen wir die beiden Mädels, dir wir schon öfter am Weg gesehen hatten (auch Australien).Wie die Bremer Stadtmusikanten liefen wir den engen Fußweg singend zum Zug.
Leon!
Diese Stadt sprüht vor Lebensfreude.Wir fanden ein tolles Hotel in einer Seitenstraße unweit der Cathedrale für 2 Tage.
Ich bekam ein Einzelzimmer mit Badewanne.Schnell war das Badewasser mit Schaum eingelassen. Da wir Pilger ja praktisch sind,habe ich meine Wäsche gleich mit gewaschen.Kaffee,Erdnüsse, ein Apfel und ein Krimi und alles war O.k……bis ich nach einer Stunde im kalten Wasser wach wurde. Um 19 Uhr hatten wir uns an der Bank  mit der Statue von Gaudi verabredet. 4 Australier und eine Deutsche, die mit ihrem perfekten dinglisch hervorragend zurecht kam.Es wurde ein toller Abend In einer Tapasbar mit Mochito, Vino und spanischer Straßenmusik.
Am nächsten Tag nach einem tollen reichhaltigem Frühstück(ich bin erst um 8:00Uhr aufgestanden)trennten sich unsere Wege, Kylie und Guy sind mit einer Touristeneisenbahn gefahren und ich habe per Pedes die Strassen erkundet. Unsere beiden jungen Mädels müssen sich heute ne neue Albergue suchen, da man als Pilger immer nur eine Nacht in den Herbergen verweilen darf.Abends war großes Festival angesagt.Musik in allen Ecken und Tanz in Folklore .

image

Ein riesiges Feuerwerk zum Abschluss.Wenn ihr denkt,das wars…… falsch gedacht.Bis 7Uhr ging es auf den Straßen weiter.
Eure müde Pilgerin geht jetzt weiter.

21.06.2016 Viele liebe Begegnungen

Die Ereignisse überschlagen sich.Ich kann gar nicht pilgern, weil ich eigentlich schreiben müßte,was ich so erlebe.Wir, d.h.Andrea,Detlef und ich sitzen in einer Herberge und essen unser in einem kleinen Mercado gekauften Abendbrot und natürlich dazu den Vino Tinto,da kommt ein junger Mann mit seinen Freunden in den Garten. Sie unterhalten sich und ich stelle schnell fest,er ist ein Deutscher.Über die Tische hinweg kommen wir ins Gespräch und er erzählt stolz,dass er ab Trier gelaufen ist.Am1.April…….Hey ich auch.Wir stellen fest, dass er die gleichen Städte und Herbergen in Frankreich angelaufen ist. Dann fragt er nach meinem Namen:“ Ach, DU bist Lucia!“Nun staune ich aber doch.Er hat in Gästebüchern und in den Kirchen, wo ich in die Pilgerbücher geschrieben habe, immer 2 Tage später reingeschaut und gesehen, dass eine demütige und ewig dankbare Pilgerin Lucia aus Bremen hier den Camino läuft.Er wunderte sich , was das wohl für eine heilige Nonne ist(grins).
Wir hatten einen lustigen …..“und hast du auch und weißt du noch“…. Abend.
Im Moment treffe ich viele deutsche Pilger.
Andy und Alex aus Stuttgart haben mir geholfen mit ihrem schnellen Aufladegerät mein Handy funktionstüchtig zu machen.Auch bin ich mit ihnen eine lange Tagesetappe gegangen.
Andrea hat uns leider verlassen.Sie ist mit dem Zug nach Leon gefahren um sich auszuruhen und dann die letzten 100 Km zu Pilgern, die sie braucht ,um die Compostela zu bekommen.
Auch Detlef hat heute erklärt, dass er noch ein paar KM mehr gehen will um Freunde zu treffen.
Alle rennen immer so. Sie ruscheln schon um 6 Uhr in den Herbergen rum und lassen niemanden mehr schlafen.
Heute habe ich ein Hotelzimmer um endlich mal richtig schlafen zu können.

Gestern in Carrion De los Condes habe ich bei den Schwestern im Kloster Santa Anna geschlafen. Am Nachmittag hatten wir eine gemütliche Runde mit Musik und einer Vorstellungsrunde. Ich sang für Deutschland,hihi, „Mein Hut der hat 3 Ecken“und erzählte von mir, meiner Familie und meinem Weg.(alles in englisch)Um 20 Uhr war in der angrenzenden Kirche Gottesdienst und zum Schluß bekamen wir den Pilgersegen. Der Priester legte uns seine Hand auf die Stirn und machte dann ein Kreuzzeichen. Die Schwestern  schenkten uns einen gebastelten Stern.Mit den Worten, dass dieser Stern uns den Weg erleuchtet in guten und in schweren Pilgerzeiten.
Es berührte nicht nur mich zu Tränen.
Nach dem Gottesdienst spendeten wir alle etwas zum Abendbrot dazu und die Schwestern bedienten uns mit den tollsten Gerichten, die sie daraus machten.Nachdem wir unser Abendlied gesungen hatten und der Wein bei einer gemütlichen Runde floß, kam die Oberschwester und schenkte mir einen Extrastern für meine Mutter. Nun war es nicht mehr zu halten. Ich heulte und die junge Schwester drückte mich tröstend an ihre Brust und legte ihre Hände noch einmal segnend über meinen Kopf.

image

Am Abendtisch saßen die beiden Stuttgarter Jungs und eine amerikanische Clique. Wir hatten tolle Gespräche über Sangria(der serviert wurde)Lambrusco, Tropfkerzen in Flaschen und Leonard Cohen u. Co.
Heute aber, nach 24 Km brütender Hitze schon ab 7:30 Uhr ohne Baum und Strauch durch die Meseta geht bei mir nicht mehr viel. Ich bin froh, dass ich ein Dreibettzimmer für mich alleine habe( habe alle 3 Betten bezahlt, um diesen Raum zu bekommen)Ich schreibe hier im Schatten im schönen Garten in Ledigos und warte auf mein Essen.Dann geht es schnell ins Bett. Morgen werde ich um 5 FÜNF Uhr losziehen, um wenigstens die ersten 15 Km in einigermaßen kühler Luft laufen zu können.

image

Die Tierra de Campos in Ihrer reinsten Form

Ach ……. Nur noch 382 Km(laut Wegweiser)
Eure erschöpfte Pilgerin Lucia

19.06.2016 Das Jahr der Barmherzigkeit..

Wir sind erschöpft in der Herberge Santa Brigida in Hontanas angekommen und haben ein 8 Bettzimmer bezogen.Das Wetter war günstig und schnell war unsere Wäsche gewaschen.Am Abend zum Pilger Menue saßen wir mit 12 Personen aus verschieden Ländern am Tisch. Die Stimmung war gut und der Hospitalero kündigte eine Überraschung an.Herein  kam Vitorio, der erste Hospilaliero vor vielen Jahren in diesem Ort, der schon von unserem Pilgerfreund H.P. Kerkeling beschrieben wurde.Vitorio zeigte uns wie man aus einer Weinflasche (Porron )trinkt ohne zu kleckern.Wir probierten alle und hatten großen Spaß.Der Abend war gelungen.Nach einer kurzen Nacht um 7 Uhr ging es durch die Meseta immer nur gerade aus……bis zu einem riesen Berg, Der Alto de Mostelares. 911 Höhenmeter und , man mag es kaum glauben 12 %Steigung hoch!!!Ich keuchte mich mit einem Lächeln( immer wenn ein Pilger mich überholte) bis fast zum Pass vor,als ein barmherziger Engel mir entgegen kam. Ich wollte gerade sagen,“das ist der falsche Weg.“Als er vor mir stehen blieb. Er nahm mir den Rucksack ab und trug ihn den Berg hinauf. Ich erkannte ihn als den Mann wieder, der der mich vorher überholt hatte.Franziskus ist Koreaner und geht mit seiner Frau Rucia ( fast wie mein Name) den Jakobsweg. So viel Barmherzigkeit habe ich nicht erwartet. Andrea, meine Pilgerffreundin stand schon oben und hat Fotos gemacht.

image

Wir machten zusammen Rast und zum Abschied gab Franziskus mir die Hand und Rucia, seine Frau, umarmte mich sehr herzlich.

Vater unser,der du auf den Wegen bist,
dein Eifer komme auf uns herab.
Wache über uns Pilger .
Dein Wille geschehe
in Hitze und Kälte.
Erleuchte heute unseren täglichen Weg.
Komm unserer Schwachheit zu Hilfe,
so wie wir denen helfen,die schwach sind.Lass uns nicht vom Leid übermannt werden
und erlöse uns von allem Übel
Amen.
Eure mit Dankbarkeit erfüllte Pilgerin Lucia

17.06.2016 Burgos eine Stadt der Superlative

Von Santo Domingo nach Belorado sind es ca 22 Km ,die ich am frühen Morgen (6Uhr)abgepilgert bin.Das Wetter war durchweg kühl und so war ich schon am Mittag ohne Hitzewallungen an meiner Endetappe.
In einem kleinen Park, ich wollte gerade meine Stullen essen,traf ich Andrea,(ich hatte sie schon auf dem Pass in den Pyrenäen und in Roncesvalles gesehen) und Detlef.Beide waren etwas angeschlagen und wir entschieden uns den Bus nach Burgos zu nehmen,um dort 2 Tage zu entspannen. Andrea hatte schon ihr Luxushotel mit eigener Badewanne( man stelle sich das vor!!) gebucht.Detlef und ich suchten uns eine kleine Pension in der Nähe vom Stadtkern. Nachdem wir uns ein paar Stunden erholt hatten,gingen Detlef und ich in eine Bar und….. sind da erst mal festgewachsen,bis der Weinkeller leer war.Wie schön ist doch das Pilgerleben.
Tja, Andrea du warst ja in der Wanne.
Am nächsten Morgen war großes Besichtigen angesagt. Burgos hat die schönste Cathedrale der Pilgerroute,würde ich mal sagen. 2 Stunden haben wir mit Audioführung in diesem Monumental Gebäude verbracht.

image

Noch ein paar abgerissene Steine wurden uns für viel Eintrittsgeld als Burg verkauft.Ein paar nette Bars und der Nachmittag war um. In jeder Bar laufen in jeder Ecke mindestens 2 Fernseher.Ob du willst oder nicht,du wirst dazu verdonnert, Fußball zu gucken.Bei Pulpo ,Champignons uns Schrimps   wurde viel geredet und gelacht.Wir sind ein gutes  Trio.
Ausgeruht sauber und zufrieden geht es Morgen gemeinsam weiter nach Hontanas.
Eure gut in Weinlaune Pilgerin Lucia

15.06.2016 Der Camino durch die Rioja mit Hahn und Henne und Gottes Wort.

Wieder mal um 5 Uhr klingelte mein Wecker und ich machte mich fertig für den Camino. Es sollte heute heiß werden und so war ich froh, die ersten 10 Km vor der Morgensonne hinter mich gebracht zu haben.Ich setzte meine Stirnlampe auf. Das sieht zwar recht bescheuert aus,ist aber hilfreich,über die unebene Schotterpiste mit heilen Zehen ans Ziel zu kommen.In einem Park traf ich Mhin-Thi die sich eine Blase gelaufen hatte. Ich versorgte ihren Fuß mit meinem Wunderpflaster und wir gingen ein Stück gemeinsam. Mhin-Thi kommt aus Süd-Korea und hat ihren Eltern erzählt:Ich geh den Jakobsweg nach Santiago de Compostela“ „Ist gut“ hat ihr Vater geantwortet und weiter seine Zeitung gelesen.Nun ist er sauer auf sie, als sie angerufen hat und erkärte, dass sie in Europa ist.In Navarete verabschiedeten wir uns. sie wollte nicht weiter laufen.Nach 25 Km war auch bei mir die Luft raus und ich suchte eine Herberge.

Seit 2 Tagen gehe ich durch die Region Rioja,überall ist Wein angepflanzt.Zum Wandern ist es angenehm.Kaum Erhebungen und man geht durch Felder .

.  Gerald McMullem geht heute mit mir nach Santo Domingo de la Calzada(22km).Schnell kommen wir ins Gespräch(Englisch)Gerald ist katholischer Priester in Quebec und hat ein Sabbatjahr .Er will nach Santiago noch in Portugal Urlaub machen. Den Kölner Dom besichtigen und in London seine Schwester besuchen.Im kleinen Hostel Cisterciense beziehen wir jeder unser kleines Pilgerzimmer(mit Pilgersonderpreis).und verabreden uns für Morgen um 6 Uhr auf dem Camino.
Hier in Santo Domingo erzählt man sich das Wunder vom Huhn und der Henne
Ein Pilgerehepaar mit ihrem Sohn Hugonell machten in dieser Stadt halt zur Verehrung der Reliquien des St.Domingo.Die Tochter des Wirtes verliebte sich in den Sohn.Weil er aber nicht reagierte, beschloß sie Rache zu nehmen.Sie steckte ihm einen silbernen Becher ins Gepäck.und er wurde wegen Diebstahl von Silber mit dem Tode durch erhängen verurteilt.Als die Eltern kamen um ihren erhängten Sohn zu sehen, waren sie überrascht, seine Stimme zu hören,die ihnen erzählte,dass der hl.Domingo ihm sein Leben erhalten hätte.Die Eltern gingen zum Richter und erzähltem ihm diese Geschichte. Dieser lachte und erwiderte,ihr Sohn sei genauso lebendig wie der gebratene Hahn und die Henne hier auf seinem Teller.Daraufhin sprangen Hahn und Henne vom Teller und fingen an zu gackern.Seitdem sagt man: der Hl. Domingo bringt die Brathähnchen zum Gackern.

In einem Käfig werden seitdem in der Cathedrale Huhn und Hahn gehalten .
Der Hahn hat gekräht als ich die Cathedrale besichtigte; das bedeutet Glück.
Eure glückliche Pilgerin Lucia

13.06.2016 Puerto del Perdon,Puente la Reina,Estella

Schon um 6 Uhr war ich auf der Piste.Die Sonne versprach ,früh zu scheinen, und so hatte ich schon vor der ersten Hitze fast die Passhöhe Puerte del Perdòn erreicht.

image

Nun ging es bergab, was mir keine Schwierigkeiten bereitet.(rauf ist ne andere Sache:-(
Kurz vor Puente de Reina werden der Camino Navarra(meiner) und der Camino Aragona  zum Camino Frances.Hier gehen noch echte alte Pilgerwege und erhaltene Pilgerbrücken. Unterwegs treffe ich
einen deutschen Pilger,der schon fast alle Wege gegangen ist;aber auch er hat nen Schritt drauf…. da komm ich nicht mit.So schlendre ich gegen Abend in Estella ein. Ein hübsches typisches Baskenstädtchen. Die Geschäfte sind hier am Sonntag noch bis 19 Uhr geöffnet und auf den Plazas ist immer viel Betrieb.Ich bekomme ein nettes kleines Einzelzimmer und nach einem Abendbrot mit Bier im Zimmer schlafe ich ruckzuck ein.
Am nächsten Morgen erwartet uns Pilger nach ca.2 Km eine Attraktion:Die Weinkellerei „Bodegas Irache“hat für Pilger eine Weinquelle angelegt.jeder darf kostenlos zapfen.

image

Ein altes Sprichwort sagt:
„Um 7:30 auf nüchternem Magen Wein,
Das schmeckt fein“
Und wieder gehts bergauf.Diese Strecke ist langweilig und es gibt unterwegs nur Feld und Schotterpiste.Bei einem Cafe in einer Bar nimmt mich eine Frau ein Stück mit ihrem Auto mit.Ich bin dankbar.So schaffe ich ein paar Km ohne Fußeinsatz.In Logroǹo laufe ich am späten Nachmittag ein und finde eine nette Herberge in der Innenstadt. In der Nähe ist eine ehemalige Tabacfabrik direkt neben der Polizeistation und sofort fällt mir die Oper Carmen ein.Ich habe eine nette Bar gesehen, wo ich heute meinen Abend genießen werde.Wir haben auch eine Dachterrasse, wo ich bestimmt mein letztes Bier im Sternenschein trinke. Gute Nacht unter der Sternenstrasse wünscht eure Peregrina
Lucia